Mittwoch, 21. September 2016

Wir bleiben immer wieder stehen. Wann kommt endlich der nächste Schritt?




Ab 18 Jahren ist man erwachsen? So ein Quatsch. 

Wenn ich mich selbst betrachte, merke ich wie ich mich die letzten Jahre entwickelt habe. Ich bin in eine neue Stadt gezogen, bin ins Ausland gegangen, bin umgezogen, Ich studiere und arbeite. Alles Dinge die einen weiter bringen, die einen im Handeln beeinflussen und spüren lassen, dass sich im Leben etwas tut. Doch wie sieht es in mir aus? Wie weit habe ich mich wirklich entwickelt? Bin ich erwachsener geworden? Wenn ich diese Fragen vor mir her tippe, wird mir schon ganz schlecht. Denn ich kann ganz klar sagen, der Ernst des Lebens hat bei mir noch lange nicht begonnen. Das mag zum Einen daran liegen, dass ich studiere und zum Anderen daran, dass ich mich einfach nicht "erwachsen" fühle. Ich genieße dieses Studentendasein jede Sekunde und gebe mein Geld für Dinge aus, die für einen "Erwachsenen" unverantwortlich wären. Aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich das mit einem gewissen Selbstverständnis tue und weiß, dass diese Entscheidungen nur mich betreffen und ich daraufhin auch mit allen Konsequenzen leben muss. Soweit bin ich schonmal gekommen. Ich treffe eigene Entscheidungen und lebe mit den Konsequenzen. Sieht also schonmal ziemlich nach "Erwachsen-Sein" aus. Wenn ich mir aber ansehe, wie verzweifelt und unsicher ich meiner Zukunft entgegenblicke, hat das mit Erwachsenen nichts mehr gemein. 


Ich bin also 21, habe mich weiter entwickelt und will mein Leben auf meine Weise leben. Das äußere Umfeld bestimme ich selbst. Das bekomme ich auch ziemlich gut hin. Aber was in mir drin passiert, sieht manchmal noch ziemlich nach einem pubertierenden Mädchen aus, dass nicht weiß ob grün oder blau ihre Lieblingsfarbe ist. Verrückt, aber wahr. Es scheint einfacher, die äußeren Umstände zu bestimmen, als sein Inneres zu kontrollieren. Was will ich, was kann ich, wo will ich hin? Dabei macht all das unseren Charakter aus und führt uns zu Entscheidungen, die unser Leben bewegen. Bedeutet also, wir sollten anfangen uns im Klaren zu werden, was in uns passiert und welche Wünsche und Träume wir haben. Sich darüber im Klaren zu sein, verhilft einem zu mehr Sicherheit und dazu, seinen Zielen nachzugehen. Das klingt ja schön und gut. Vor allem macht es Sinn. Aber ist dem wirklich so? 

Nö, bei mir leider nicht. Während ich fleißig dahin studiere, die Monate und mittlerweile sogar Jahre vergehen, weiß ich immer noch nicht was mal aus mir wird, wenn ich groß bin. Viele lachen wenn ich das sage. Allerdings fühl ich mich wirklich klein und unsicher und hoffe darauf, einmal  groß" und "stark" zu werden. Für mich bedeutet das nicht, an Höhe oder Masse zuzulegen (ohje hoffentlich nicht ;)), sondern selbstbewusst und sicher mit mir selbst und meinem Leben umzugehen und mit meinem Inneren im Reinen zu sein.  Einfach zu wissen was ich kann und will und wie ich mir das hole. Davon bin ich nur leider noch weit entfernt. 

Ich weiß also nicht genau, was in mir los ist. Was ich will, was ich kann und wie das Leben so richtig funktioniert. Ich brauche also Struktur, einen Plan und eine Richtung. Vor allem aber Ziele, denen ich nachgehen kann. Nach diesen Dingen bin ich auf der Suche. Die Einen wissen es seit ihrer Geburt und bei den Anderen macht es auf einmal "Klick". Ich gehöre wohl zur zweiten Kategorie und warte auf ein groooßes Klick in meinem Kopf.
Ich stehe gerade fest und habe das Gefühl nicht weiter zu kommen. Ich frage mich, wann denn endlich der nächste Schritt kommt. Wann weiß ich, wo mein Leben hingeht? 

Klingt irgendwie theatralisch, denn dann kommt plötzlich wieder der Punkt, an dem ich merke, dass ich doch noch sooo viel Zeit habe, mein Leben auf die Reihe zu kriegen. Eigentlich besteht doch das GANZE Leben daraus, herauszufinden wer man ist und wer man sein will. Wieso der Stress? Wieso die Angst, zu versagen? Ich habe doch bisher schon einiges auf die Reihe bekommen. Ich habe doch schon längst lebensverändernde Entscheidungen getroffen. Und das ohne zu wissen, wo ich mal im Leben stehen werde. Es hat mich dahin gebracht, wo ich jetzt bin. Ich habe es überlebt und bin viele Schritte weiter als das Jahr zuvor.  Läuft doch eigentlich, oder? Nicht nur meine äußeren Umstände haben sich verändert, auch ich habe mich verändert - und das ohne es zu merken. 

Wir bleiben nunmal immer wieder stehen. Andere öfter, Andere weniger und manche nie. Manchmal stehen wir eben da und haben das Gefühl stecken zu bleiben. Doch dann holen wir uns da wieder raus und finden einen neuen Weg. Auch ich mit meinen 21 Jahren, kriege das alles irgendwie hin. Und irgendwann werde ich irgendwo sein und irgendwas machen was mich stark und sicher macht. Ich werde schon irgendwie groß und stark werden. ;)

Und deswegen ist es doch eigentlich schön, mit 21 Jahren total verwirrt zu sein, seine Meinung immer wieder zu ändern und Entscheidungen zu treffen, die auch total in die Hose gehen können. Wieso wollen wir immer wissen, wo es hin geht? Die Türen öffnen sich und schließen sich wieder. Es dauert nicht lange, da steht man vor einer neuen Tür. Und manchmal muss man sie aufmachen, ohne vorher zu wissen was dahinter steckt. Einfach durchgehen und sich überraschen lassen. 

Alles ziemlich verwirrend, aber irgendwie macht es das Leben spannend und die Tatsache nicht zu wissen, wohin es im Leben geht, spornt mich immer mehr an, es letztendlich doch heraus zu finden. 
Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Tür.


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