Sonntag, 11. März 2018

Not ready yet


Wow - vielen Dank für eure zahlreichen Rückmeldungen bezüglich des letzten Beitrags. Ich wusste, dass das ein relevantes Thema ist, aber mir war nicht bewusst, wie sehr sich die meisten von euch mit genau den gleichen Fragen beschäftigen.

Insbesondere im Februar habe ich mir sehr viel Gedanken gemacht, denn in den letzten Wochen ist viel passiert. Das letzte Jahr hat so schön geendet, wie dieses angefangen hat. Nichtsdestotrotz haben sich die Dinge innerhalb weniger Wochen geändert und plötzlich war das sich sehr gut entwickelnde Jahr 2018 ganz durcheinander. Das hat mir wieder gezeigt, wie schwierig es ist, sich eine Vorstellung von der Zukunft zu machen, wenn selbst die Planung der folgenden Monate kaum in die Realtität umsetzbar ist.



Die kurze Verwirrung, die der Februar mit sich gebracht hat, hat aber im März schon wieder sein Ende gefunden, denn der letzte Beitrag und all eure Reaktionen haben mir klar gemacht, dass der Weg zum Ziel "Gelassenheit" ist. Man hat alle Zeit der Welt und sollte nicht jeder Entscheidung im Leben zu viel Bedeutung beimessen. Nicht alles was passiert, ist gleich ultimativ. Das Leben ist nicht vorbei, denn Menschen kommen und gehen und das Entscheidende dabei ist, sich dabei selbst treu zu bleiben. Jeder der meinen Blog ab und an liest, weiß genau, wie schwer es mir fällt, mich auf mich selbst zu konzentrieren. Ich gehe zu schnell Kompromisse ein, die mich nicht glücklich machen und manövriere mich auf Grund von Gefühlen in Umstände, in denen ich zur Zeit einfach nicht sein möchte. Jemand hat mir mal gesagt, dass man bereit sein muss, sich zurückzunehmen und Kompromisse einzugehen. Ich habe zu erst gar nicht verstanden, wie das sein kann, denn wenn man etwas will, dann ist man doch zu allem bereit. Und ich war der Meinung, jederzeit dafür bereit zu sein. Doch nach längerem Nachdenken, merkte ich wie Recht diese Person hatte. Wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich selbst nicht bereit und nicht in der Lage, die Dinge richtig zu entscheiden. Es ist für mich noch nicht an der Zeit, mich zurückzunehmen, denn es gibt in meinem Leben erstmal ganz andere Dinge, die viel wichtiger sind. Und wenn ich mein Leben jetzt so führe, wie man es mir gesagt hat, mich nicht zurücknehme und keine Kompromisse eingehe, dann mache ich mich dieses Jahr glücklich. Nur mich selbst. Man muss im Leben so vielen Menschen gerecht werden, aber es ist für mich einfach noch nicht an der Zeit, bereit dafür zu sein. Ich bin es nicht und das ist auch gut so. Wisst ihr wie befreiend das ist?

Der Zeitpunkt wird kommen und es wird sich letztlich alles fügen wie es soll. Das Leben geht sowieso seinen Weg und führt dich irgendwohin - ganz gleich ob es das Schicksal ist, dass darüber entscheidet, welchen Weg man einschlägt oder aber der eigene Ehrgeiz, der dich ans Ziel bringt. Das Problem dieser Generation, wie ich schon im letzten Beitrag betont habe, ist dieser Drang, ganz viel in ganz kurzer Zeit zu erreichen. Allerdings ging es mir dabei um den Drang nach einer erfolgreichen Karriere, ohne zu merken, dass dies genauso für das Privatleben gilt. Auch wenn ich mich karriere-technisch nicht so sehr unter Druck setze wie manch anderer, tue ich es, sobald es um mein Privatleben geht. Und das ist mindestens genauso kontraproduktiv.

Gelassenheit ist ein Weg, um damit fertig zu werden, Egoismus ein weiterer. Und da wir alle eigentlich sehr gut darin sind, egoistisch zu sein, sollten wir die Zeit nutzen, in der wir es sein dürfen. Irgendwann wird man sicher dazu bereit sein, gemeinsame Entscheidungen zu treffen und Kompromisse einzugehen. Unsere Bereitschaft für "mehr" verschiebt sich lediglich um Jahre nach hinten, denn all der Stress, den sich diese Generation beruflich macht, ist mit einem glücklichen Privatleben vorerst nicht zu vereinen. Versteht mich nicht falsch, ich finde es immer noch schrecklich, dass wir noch so lange brauchen werden, bis wir für ernsthafte Partnerschaften und Familiengründung bereit sind, aber letztlich ist das einfach in uns drin. Und so schrecklich das für mich klingen mag, aber ich finde die Idee, sich ganz sicher sein zu können, sich zurücknehmen zu wollen und nicht zu müssen, ganz wundervoll. Also kann ich dem Unsinn, den diese Generation treibt, auch einiges Gutes abgewinnen, denn ich hoffe einfach, dass wir bereit sind, wenn wir es sind. Gelassenheit und eine kleine Portion Egoismus sind die Schlüssel und irgendwann sitzen wir mit unseren eigenen Familien Sonntags am Frühstückstisch und blicken auf all die wunderbaren Kompromisse zurück, die wir dafür eingegangen sind. 

Schönen Sonntag wünsche ich euch!

Eure Genny






































Mantel: Ganni, Tasche: Chloe, Pullover: Isabel Marant, Schuhe: Stradivarius, Hose: Topshop

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