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Self love is the greatest middle finger of all time


Diese Bilder sind bald genau ein Jahr alt. Mir gefällt die Stimmung und die Leichtigkeit, die die Bilder ausstrahlen, ich sehe jünger und naiver aus und merke wie gleich und doch anders ich heute bin. Mal abgesehen davon, dass ich mich von den langen Haaren verabschiedet habe, ist vieles was ich vor einigen Jahren in diesem Blog geschrieben habe, heute noch genauso präsent und verwirrend wie damals. Dennoch haben sich viele Dinge verändert, sei es die Ernsthaftigkeit der Partner-oder Berufswahl, der Umgang mit den sozialen Medien oder die Selbstfindungs- und Selbstakzeptanz. Ersteres, wisst ihr ja bereits, steht bei mir immer noch in den Sternen und das obwohl ich so nah dran bin wie noch nie.  Zweiteres gehört heute zu meinen Stärken, ist zu meinem Hobby geworden und schließlich zu meinem Beruf. So weit so gut...

Doch insbesondere Letzteres, die Sache mit der Selbstakzeptanz, hat sich in einer verrückten Achterbahnfahrt vorwärts und rückwärts bewegt, obwohl ich heute behaupten kann, dass ich weiter bin als je zuvor. Wenn sich jemand fragt, von was ich da schon wieder schwafle, für mich war es trotz glücklichen Beziehungen, tollen Freunden und Familie immer schwierig in dieser Welt von Perfektion, Sixpacks und makelloser Haut zurecht zu kommen. Ich war jung, unsicher, hatte die hübschesten Freundinnen und der Teufelskreis des ewigen Vergleichens nahm seinen Lauf. Ich habe alles dafür getan, einem gewissen Idealbild zu entsprechen und stand trotz 5kg weniger als heute weinend vorm Spiegel. Heute, viele Jahre später, habe ich (hoffentlich) den größten Beauty-Stress überwunden. Ich vergleiche mich heute nicht mehr mit 1,75m 50kg Girls mit ungeschminktem Beauty Gesicht, ich zähle zum Glück keine Kalorien mehr und gehe nicht mehr nach einem Restaurant-Besuch um 0Uhr ins Mcfit trainieren. 

Ich habe gelernt zu akzeptieren, dass es in Prüfunsgsphasen in meinem Gesicht sprießt, dass ich im Sommer wegen übermäßigem Weinkonsum ein paar Kilos zunehme und ab und an alles andere als eine positive Ausstrahlung versprühe. Heute versuche ich, Imperfektion zu meinem neuen Mantra zu machen, denn kein "normaler" Mensch sieht aus wie ein Victoria Secret Model. So toll sich das nun anhört, "wow, sie ist zufrieden und im Reinen mit sich!", so häufig ertappe ich mich doch dabei, wie ich dann doch Filter benutze, hier und da einen Pickel wegretuschiere (so wie bei diesen Fotos hier) und neben meiner Freundin sitze und mich frage, wie sie es schafft, haufenweise Schokolade in sich hinein zu schaufeln und dabei "so" auszusehen. Wir kennen alle diese Mädels, die einfach nur perfekt zu sein scheinen, doch wenn man sie dann fragt, ob sie sich nicht auch so fühlen, heißt es "mhhh naja aber meine Nase... oder meine Zehen....". Fakt ist, wir meckern, auch wenn es nichts zu meckern gibt. Wir beschäftigen uns so sehr mit jedem cm unseres Körpers, kennen ihn in- und auswendig, so dass wir es schaffen ihn zu verurteilen oder im schlimmsten Fall sogar zu hassen. Doch im Grunde genommen, sollten wir dieses Wissen über unseren Körper nutzen, ihn schätzen und jeden einzigen verdammten cm lieben. Jeden Muttermahl, jede Narbe, jede Delle hat seinen Sinn und Zweck, jeder cm gehört zu uns, genauso wie die Phasen in denen man schlechte Haut hat, zu- und abnimmt und sich einfach ganz furchtbar fühlt. 

Ich habe eine Freundin, mit der ich sehr oft über dieses Thema spreche (wenn du das jetzt liest... haha i love you!). In meinen Augen und sicher auch in den Augen vieler Anderer, ist sie eine der schönsten und tollsten Frauen, die ich kenne. Das Problem ist allerdings: Sie sieht das ganz anders. Sie sieht Dinge, die wären mir im Leben nicht aufgefallen und der fatalste Fehler: Sie vergleicht sich mit Frauen, die einfach ein ganz anderer Typ Frau sind, die vielleicht andere Gene haben und öfter von Männern angesprochen werden. Neben ihrer Schönheit (und das meine ich wirklich so!) ist sie außerdem super intelligent, erfolgreich in ihrem Job und eine unfassbar tolle Freundin. Das alles hilft nichts, wenn man sich selbst nicht wohlfühlt, wenn man immer wieder in den Struggle gerät (ich gerate immer noch regelmäßig in diesen Struggle), wenn man permanent umgeben ist von "angeblicher" Perfektion und ein wichtiger Faktor: von Idioten (damit meine ich Männer ;D). Deswegen enden unsere Diskussionen auch häufig mit einem leckeren Glas Wein und einem Schokokuchen, weil wir irgendwann dasitzen und einfach nur den Kopf schütteln. Über uns selbst, über unsere komplizierten Gedanken und erfreuen uns am Ende des Tages wieder daran, dass der Wein einfach gut schmeckt. 

Warum also über ein paar Kilos meckern, warum den Pickel nicht einfach mal Pickel sein lassen... Wir sind alle so unfassbar einzigartig. So unfassbar schön wie wir sind. Wahrscheinlich stehe ich morgen wieder vorm Spiegel und frage mich, wieso mein A**** schon wieder breiter geworden ist... Ich werde auch wieder meckern, dass ich ungeschminkt aussehe wie eine 12 Jährige... So, what?! Das wird wohl niemals ganz aufhören, doch wichtig ist, sich immer wieder vor Augen zu führen, dass jeder einzigartig und schön ist. Wir, ich, meine Freundin und alle anderen wunderschönen Frauen da draußen, sollten nicht immer zu hart mit uns ins Gericht gehen. Würden wir unseren Körper so lieben wie er ist, würden wir uns selbst nehmen wie wir sind, könnte uns keiner mehr aufhalten. Nicht mal mehr ein Victoria Secret Model. 

Auf diese Erkenntnis bestelle ich mir gleich mal einen Schokokuchen! :*
Schöne Karnevalszeit wünsche ich euch! 






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